Chichén Itzá: Die Höhepunkte der Maya-Kultur
Was kommt dir in den Sinn, wenn du an Chichén Itzá denkst? Vielleicht die beeindruckenden Maya-Ruinen? Mexiko und seine reiche Geschichte? Oder denkst du an die wunderschöne Halbinsel Yucatán?
Jeder kennt wohl den Namen der berühmten Maya-Stätte im Norden Yucatáns mit der imposanten Kukulcán Pyramide. Dieser fantastische Ort war unser nächstes Ziel und DAS Highlight unserer Mexiko-Rundreise.
Im Laufe des Vormittags erreichten wir diese beeindruckende Stätte und spürten sofort die außergewöhnliche Atmosphäre. Wir hatten das Glück, dass nicht sehr viele Touristen anwesend waren. Dies verschaffte uns die Möglichkeit, Chichén Itzá in aller Ruhe zu erkunden und die Maya-Kultur auf uns wirken zu lassen.
Inhalt
Wissenswertes über Chichén Itzá
Die antike Stadt Chichén Itzá befindet sich im Bundesstaat Yucatán im Osten Mexikos.
Die Geschichte von Chichén Itzá ist ein faszinierendes Mosaik aus Widersprüchen und Geheimnissen. So sollen die ersten Maya das Gebiet um 500 n. Chr. besiedelt haben. Doch das wahre Abenteuer begann im Jahr 987. Zu diesem Zeitpunkt sind die Tolteken unter ihrem Anführer Quetzalcóatl (Kukulkán) in die Region eingewandert. Diese erlebte hierdurch einen kulturellen Aufschwung.
Im Jahr 1400 wurde die Stadt verlassen. Es blieb ein Rätsel, welche Beweggründe hierfür verantwortlich waren.
Die spanischen Eroberer nahmen 1533 die Halbinsel Yucatán ein, ein neues Kapitel der Geschichte der einst glanzvollen Stadt begann.
Was allerdings in der Zeit zwischen 1400 und 1533 in Chichén Itzá geschah, ist unklar.
Chichén Itzá, die imposante Stätte in Mexiko, wurde 2007 als eines der neuen 7 Weltwunder gekürt. Sie begeistert Besucher mit einer reichen Geschichte. Die Bauwerke sind wirklich atemberaubend.
Die UNESCO-Weltkulturerbestätte Chichén Itzá gilt als eine der beeindruckendsten Städte der Maya.
Chichén Itzá war genau so wunderschön und großartig, wie wir es uns vorgestellt haben.
Unterteilt wird das Areal in Alt-Chichén mit sechs Maya-Ruinen und Chichén Itzá mit etwa 20 Maya-Ruinen.
Sehenswürdigkeiten
Die Pyramiden von Chichén Itzá sind nicht nur architektonische Meisterwerke, sondern auch Schauplätze von Macht und Ritualen.
Sobald die Dämmerung einbricht, wirken sie wie stumme Wächter.
Die monumentalen Bauwerke erzählen Geschichten von religiöser Bedeutung und astronomischem Wissen. Eine einmalige Gelegenheit, in die mysteriöse und gleichzeitig faszinierende Welt der Maya zu versinken.
El Caracol
Das Observatorium von Chichén Itzá, auch bekannt als „El Caracol“, ist ein faszinierendes Relikt.
Im Innern des runden Turms befindet sich eine Wendeltreppe, weshalb das Bauwerk häufig auch als die Schnecke bezeichnet wird. Über diese Treppe gelangt man in den Raum, von dem aus die astronomischen Beobachtungen erfolgten.
Den Maya diente das Observatorium als „Pforte zu den Sternen“.
Das El Caracol erfüllte durchaus mehr als nur astronomische Zwecke. Vielmehr verkündeten Priester von der Kuppel aus wichtige Termine für Ernten, Rituale und Feste.
La Iglesia
Versteckt im ältesten Teil der archäologischen Stätte steht ein mysteriöser Tempel. Dieser ist Chaac, dem Regengott geweiht.
Wegen seiner rechteckigen Kapellenform wurde er von den Spaniern La Iglesia genannt. Das Gebäude besteht lediglich aus einer Kammer und einer Tür.
Die Fassade ist mit einer eindrucksvollen Dekoration gestaltet. Ein Wappen, das einen zentralen Platz hat, betont die filigrane Arbeit. Hier werden einmal mehr die beeindruckenden handwerklichen Fähigkeiten der Maya hervorgehoben.
Das wichtigste Motiv in der Dekoration ist allerdings die Chaac-Maske, die besonders an den Ecken des Gebäudes hervorsticht.
Zwischen den Masken befinden sich Gürteltiere, Schildkröten, Krabben und Schnecken, die jeweils paarweise dargestellt werden. Sie werden im Übrigen als „Bacabs“ bezeichnet.
Bacabs sind in der Maya-Mythologie Götter, die als Brüder galten. Deshalb werden sie auch paarweise dargestellt. Sie stützen mit erhobenen Armen den Himmel.
Die Kirche weist an der Decke und den Wänden einen Baustil auf, der auf der Halbinsel Yucatán zwischen 600 und 1000 n. Chr. als Puuc bekannt war.
La Iglesia befindet sich direkt neben dem Complejo de Monjas.
Kukulcán-Pyramide / El Castillo
Ein unvergleichliches Erlebnis bietet die Besichtigung der majestätischen Kukulcán-Pyramide. Ihre eindrucksvollen steinernen Schlangen rauben jedem Besucher den Atem. Der ehrwürdige Maya-Tempel auf der obersten Plattform beeindruckt ebenso.
An diesem magischen Ort verweben sich Mythen und Legenden mit der Realität. Je höher wir auf den Stufen emporkletterten, desto mehr versanken wir in eine längst vergangene Ära.
Die Kukulcán-Pyramide, auch bekannt als El Castillo, ist eines der berühmtesten Bauwerke der Maya. Sie ist ungefähr 30 Meter hoch und 55 Meter breit. Es ist unbeschreiblich, was hier geschaffen wurde!

Die Pyramide ist an allen vier Seiten mit einer Treppe versehen. Jede einzelne hat 91 Stufen. Zusammen mit der oberen Plattform sind es 365 Stufen, die die Tage eines Jahres symbolisieren.
Am unteren Ende der Treppen befinden sich steinerne Schlangen. Zu Zeiten der Tag-und-Nacht-Gleiche entsteht durch das Lichtspiel ein wunderbarer Effekt. Die Schlangen scheinen die Pyramide hinunterzukriechen.
Die Tag-und-Nacht-Gleiche bezeichnet einen bestimmten Zeitpunkt. An diesem sind aus astronomischer Sicht auf der ganzen Welt sowohl der Tag als auch die Nacht gleich lang.
Bei der gigantischen Pyramide handelt es sich größtenteils um toltekische Baukunst.
El Castillo thront am südlichen Rand der „Großen Plaza“. Die eindrucksvolle Geschichte und Macht der alten Maya-Zivilisation spiegelt sich hier deutlich wider.
An der Nordseite befindet sich die Haupttreppe, die es zu erklimmen galt. Der Aufstieg ist ein wahres Abenteuer, das Ausdauer aber auch etwas Mut erfordert.
Auch hier konnte man Menschen beobachten, die kerzengerade sowohl nach oben, als auch wieder herab gingen. Andere kletterten auf allen vieren die Pyramide hinauf, oder rutschten auf ihrem Hinterteil die Treppen nach unten. Dies ist wahrlich nichts für diejenigen, die nicht schwindelfrei sind.

Geschafft! Die Stufen sind steil, schmal und uneben, was den Aufstieg zu einer echten Herausforderung macht. Hin und wieder benötigten auch wir die Eisenkette, die von oben nach unten verläuft, als Hilfsmittel. Oben angekommen wurden die Strapazen belohnt. Es eröffnete sich uns ein atemberaubender Ausblick auf die umliegenden Ruinen.
Mittlerweile bleibt diese traumhafte Erfahrung den Besuchern verwehrt, da zum Schutz der Bauwerke und der Sicherheit das Betreten verboten wurde. Einerseits eine richtige Entscheidung, andererseits ist es sehr schade. Denn gerade der Aufstieg auf die imposanteste Pyramide und der sich von oben ergebende atemberaubende Blick auf das Areal machen den Besuch von Chichén Itzá zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Die Aussicht von der Spitze der Kukulcán-Pyramide ist nicht nur ein visuell beeindruckendes Erlebnis. Auch die historische Bedeutung kommt hier zur Geltung. Von oben betrachtet, kann man sich leicht vorstellen, dass die Maya von hier die Stadt beobachteten. Sie konnten auch das umliegende Gelände überblicken.
Das Innere der Pyramide zu erkunden war äußerst spannend. Wir erlebten etwas Unglaubliches. In der eigentlichen Pyramide befindet sich noch eine weitere, die deutlich älter ist.


Die geheimnisvolle Atmosphäre in den engen, dunklen Gängen war gigantisch. Dennoch löste sich am Ende der Führung eine gewisse Spannung, als wir das Tageslicht wiedersahen!
Templo de los Guerreros
Nachdem wir uns von der Kukulcán-Pyramide losreißen konnten, besichtigten wir den fast zwölf Meter hohen Kriegertempel.
Dieser diente nicht nur als Ort für religiöse Zeremonien, sondern überwiegend für solche, die sich um den Krieg drehten.
Er befindet sich in der Nähe des Zentralen Platzes von Chichén Itzá, umgeben von vielen weiteren Bauwerken. Durch die Nähe zur Kukulcán-Pyramide wird seine Bedeutung deutlich hervorgehoben.
Der Tempel der Krieger ist weit mehr als nur ein architektonisches Meisterwerk. Vielmehr stellt er die Pracht und Komplexität der Maya-Zivilisation dar.

Zahlreiche Säulen sind mit kunstvollen Schnitzereien verziert, die sowohl Götter als auch Krieger darstellen. Sie spiegeln die legendären Geschichten und Mythen der damaligen Zivilisation wider. Gelegentlich stießen wir in den filigranen Verzierungen auch auf das Symbol des Gottes Kukulcán, der gefiederten Schlange.
Durch diese meisterhafte Gestaltung der Säulen wird deutlich, welchen Stellenwert die Götter der alten Maya einnahmen.
Als wir den oberen Teil der Pyramide erreichten, gab es gleich die nächste Sehenswürdigkeit zu bestaunen. Hier befindet sich ein Tempel mit drei Räumen. Da er an dem hinteren Teil der Pyramide errichtet wurde, entstand ein kleiner Vorplatz. Auf diesem ist die bedeutende Skulptur Chac Mo’ol zu sehen.
Dies ist eine mesoamerikanische Skulptur, die sowohl in Tempelanlagen als auch auf Tempelplattformen gefunden wurde. Sie zeigt eine halb liegende Figur, die oftmals mit einem Gefäß auf dem Bauch dargestellt wird.
Die liegende Statue wurde wahrscheinlich als Opfertisch genutzt. Der eindrucksvolle Eingang des Tempels wird von Federschlangenpfeilern flankiert. An den äußeren Ecken der Tempelmauern befinden sich imposante Masken des Regengottes Chaac.
Hier oben scheint jeder Stein und jede Ecke etwas über die Maya-Zivilisation, deren Macht und Religion, zu erzählen.

Stell dir vor, du stehst im Tempel der Krieger vor dieser eindrucksvollen Statue. Du bist umgeben von einer imposanten Kulisse aus alten Steinen und üppiger Natur. Im Hintergrund erhebt sich der Palast der tausend Säulen, während sich vor dir die weite Plaza ausbreitet. Dein Blick wandert über das weitläufige Gelände bis hin zur mächtigen Pyramide von Kukulcán. Die Größe dieser monumentalen Struktur, harmonisch eingebettet in die umliegende Landschaft, schafft eine Atmosphäre von Staunen und Ehrfurcht.

Diese Schnitzerei befindet sich an der Spitze des Tempels der Krieger. Es ist eine Vogelmensch-Darstellung.
Lightshow am Abend
Trotz des erlebnisreichen Tages voller faszinierender Entdeckungen in Chichén Itzá konnten wir diesem Highlight nicht widerstehen. Am Abend kehrten wir erneut zu diesem magischen Ort zurück. Unser Guide hatte uns die begehrten Tickets für die spektakuläre Lightshow besorgt. Diese Show ließ das Weltwunder in einem ganz neuen Licht erscheinen.
Pünktlich um 19.00 Uhr begann das unvergessliche Erlebnis. Die Dunkelheit umhüllte die Pyramide von Kukulcán. Ein wenig seltsam fühlte sich der Besuch im Dunkeln zunächst schon an. Plötzlich, wie aus dem Nichts, tauchten die Lichteffekte die alten Steine in lebendige Farben.
Der eindrucksvolle Klang eines passenden Soundtracks begleitete uns. Wir begaben uns erneut auf eine fesselnde Reise in die geheimnisvolle Geschichte der Maya.
Tipps
Kleine Sprachkunde
Wie wird Chichén Itzá ausgesprochen. Eigentlich ist das ganz einfach: tschi-tscheen itza. „Tschi“ wird kurz gesprochen und „tscheen“ langgezogen. Hierbei liegt die Betonung auf dem „e“. Bei Itzá verhält es sich ähnlich, es wird langgezogen mit Beton auf dem „a“.
Mobilität
Die Anlage ist nur zu Fuß zu erkunden. Da es hin und wieder etwas unwegsam ist, solltest du gutes Schuhwerk tragen. Mittlerweile soll es gesonderte Führungen für Menschen mit Rollator/Rollstuhl geben.
Sonnenschutz / Flüssigkeit
Wegen der Sonne und der hohen Temperaturen gehören eine Kopfbedeckung, Sonnenschutzmittel und ausreichend Wasser zur Ausrüstung.
Öffnungszeiten
Die Anlage ist täglich in der Zeit von 08.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass ist um 16.00 Uhr. (Stand: 2024)
Eintrittspreise
Der Eintritt kostet 232 Pesos, was umgerechnet etwa 11 Euro sind. (Stand: 2024)
Chichén Itzá – Ein unverzichtbares Ziel?
Wir würden behaupten, dass Chichén Itzá bei einer Mexiko-Reise Pflicht ist. Die antike Stätte beeindruckt nicht nur durch die berühmte Kukulcán Pyramide. Das Gelände strahlt eine besondere Atmosphäre aus, die die Besucher ins Staunen versetzt.
Ein Besuch in Chichén Itzá bietet dir eine einzigartige Gelegenheit, die architektonischen Wunder der Maya aus nächster Nähe zu erleben. Wir garantieren dir, dass du diesen besonderen Ort mit bleibenden Eindrücken verlassen wirst. Chichén Itzá ist zweifellos die faszinierendste Maya-Stadt.
Was folgt auf Chichén Itzá?
Du bist neugierig geworden und möchtest erfahren, welche spannenden Entdeckungen wir nach Chichén Itzá gemacht haben?
Dann freu dich auf den nächsten Beitrag. Wir besichtigten im Anschluss an die Maya-Stadt das pulsierende Herz Mexikos. Eine Metropole mit einer bunten Mischung aus traditioneller Kultur und modernem Leben, das ist Mexiko City.
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2 Comments
Ulrike
Liebe Ulrike!
Ich war genauso beeindruckt von Chichen Itza wie Du!! Es war fantastisch! Es ist schon beeindruckend, was die Menschen alles so auf die Beine gestellt haben!
Liebe Grüße
Ulrike
Ulrike
Liebe Ulrike,
ich freue mich, dass du Chichén Itzá genauso faszinierend fandest. Ich kann dir nur zustimmen. Die Bauwerke, die die Menschen dort errichtet haben sind beeindruckend. Es war eine unvergessliche Reise!
Liebe Grüße
Ulrike