Polonnaruwa – Sri Lankas antike Stadt
Der Besuch in Polonnaruwa war wie eine Reise in die Vergangenheit. Neben den Ruinen des Königspalastes haben wir den beeindruckenden Gal Vihara Tempel besichtigt.
Polonnaruwa, im zentralen Teil des Inselstaates gelegen, war einst Hauptstadt von Sri Lanka. Wenn auch nicht die erste, denn diesen Status hat Anuradhapura. In der Zeit vom 11. bis 13. Jahrhundert durfte sich Polonnaruwa als Hauptstadt bezeichnen. Aus dieser Zeit stammen sowohl prachtvolle Parkanlagen, ein eindrucksvoller Königspalast und Tempel.
Auch Polonnaruwa ist ein UNESCO Weltkulturerbe und zieht jährliche zahlreiche Touristen an. Die Stadt liegt wie Anuradhapura und Kandy im „Kulturellen Dreieck“ Sri Lankas.
- Pothgul Viharaya
- König Parakramabahu-Statue
- Weijantha Prasada – Ruinen des königlichen Palastes in Polonnaruwa
- Königlicher Audienzsaal
- Kumara Pokuna – Das königliche Bad
- Vatadage
- Thuparama Image House
- Bhodhisattva Image House
- Gal Viharaya Tempel
- Naturidyll zwischen den historischen Stätten
Bevor unser Tag begann, erklärte uns unser Reiseleiter noch die Bedeutung der verschiedenen Schnitzereien auf einem Holzstab. Leider ist uns nicht mehr in Erinnerung, was es mit diesem Stab auf sich hatte und wozu er diente. Dies geschah allerdings nicht in Polonnaruwa, sondern in Pothgul, einem kleinen, ca. 11 Minuten entfernten, Ort vor Polonnaruwa. Hier legten wir einen kleinen Besichtigungsstopp ein.
Pothgul Viharaya
Pothgul bedeutet ein Ort zum Aufbewahren von Büchern. Somit besichtigten wir als erstes die Ruinen des ältesten Bibliothekskomplexes im Bezirk Polonnaruwa.

Obwohl der Bau in der Mitte rechteckig ist, ist der äußere Baukörper kreisförmig gestaltet. In kleineren, zum Teil noch erhaltenen Räumen lebten Mönche, da das Gebäude Teil einer buddhistischen Tempelanlage war.
Den ursprünglich nicht geplanten Stopp legten wir ein, da dieser Tempel offensichtlich in Sri Lanka eine große historische und religiöse Bedeutung hat und es unserem Reiseleiter am Herzen lag, ihn uns zu zeigen.
Der Tempel ist für seine antiken Felsinschriften bekannt. Sie stammen aus dem 1. Jahrhundert und überliefern wertvolle Informationen über die Geschichte und Kultur Sri Lankas.
Nach dieser Stippvisite konnte unsere Reise in die Vergangenheit in Polonnaruwa weitergehen.
König Parakramabahu-Statue
Die Statue wurde so aufgestellt, dass ihr Blick sich zum in der Nähe befindlichen Parakrama-Samudra-Stausee richtet. König Parakramabahu I. war ein bedeutender König des Königreichs Polonnaruwa.

Die Figur ist über drei Meter hoch, stammt aus dem 12. Jahrhundert n. Chr. und ist komplett aus dem Felsen gehauen. Sie steht als Symbol für die Macht und den Einfluss des Königs.
Nach den Ausführungen unseres Reiseleiters wird hin und wieder angenommen, dass es sich nicht um die Statue des Königs, sondern die des großen Weisen Rishi Pulasthi handelt. Deshalb trägt sie teilweise auch die Bezeichnung Pulathi Rishi-Statue.
Die Statue hält einen länglichen Gegenstand in den Händen, der ein Ola-Blatt zu sein scheint. Ein Ola-Blatt (Palmblatt) wird zum Schreiben von traditionellen Palmblatt-Manuskripten verwendet.
Weijantha Prasada – Ruinen des königlichen Palastes in Polonnaruwa
In der antiken Stadt selbst haben wir als erstes die Ruinen des Königspalastes besichtigt.

Der Königspalast war ein von König Parakramabahu dem Großen errichtetes siebenstöckiges Bauwerk. Das Gebäude wurde seinerzeit aus Backsteinen erbaut. Wahrscheinlich stammt es aus dem späten 11. Jahrhundert.
Von dem einst grandiosen Palast sind nur noch einige Überreste des Fundaments sowie Teile der vorderen Wand zu sehen. Auch wenn heute nur noch Ruinen zu besichtigen sind, so bekommt man dennoch anhand des Grundrisses einen Einblick über die Größe des Palastes.
Durch die kunstvoll verzierten Säulen und anderer noch sichtbarer architektonischer Details ist es leicht sich vorzustellen, welche Pracht der Palast einst ausgestrahlt haben muss.
Der Komplex des Palastes umfasste mehrere Gebäude, in denen der königliche Thronsaal, Verwaltungsräume und selbstverständlich auch die Wohnräume der königlichen Familie untergebracht waren.
Königlicher Audienzsaal

Östlich des Palastes besichtigten wir den Audienzsaal (12. Jahrhundert), in dem sowohl königliche Audienzen als auch politische Versammlungen stattfanden. Die aus Stein gemeißelten Löwen und Elefanten symbolisieren die königliche Macht. Insgesamt besteht das Bauwerk aus massiven Steinblöcken. Neben einer Halle mit einigen Säulen wurde etwas erhöht der Bereich errichtet, in dem der Thron seinen Platz fand. Dieser war mit zahlreichen Verzierungen ausgestattet.
Kumara Pokuna – Das königliche Bad

Südöstlich des Audienzsaals befindet sich das aus dem 12. Jahrhundert stammende Kumara Pokuna. Angelegt wurde der Badeteich mit einem kreuzförmigen Grundriss. Über eine kleine Treppe wird der Zugang ins Wasser ermöglicht. Das Wasser des Teiches stammt aus einem Graben am Fuß der Zitadelle und wurde unterirdisch dem Badeteich zugeführt. An diesem war seitlich ein Drachenmaul angebracht, durch welches der Teich befüllt wurde. Die Vorsprünge dienen als Sitzflächen.
Dieser Badeteich ist bekannt wegen seiner architektonischen Schönheit und überaus gut erhaltenen Struktur.
„Kumara Pokuna“ bedeutet im Übrigen „Teich der Prinzen“.
Vatadage

Eine Vatadage ist eine Art Schrein, ein buddhistisches Gebäude, in dem sich in der Mitte ein Stupa befindet. Auch hier fanden wir wieder zahlreiche schöne in Stein gearbeitete Verzierungen. Der Eingang der Vatadage wird von einem Mondstein geziert. Sie zählt zu den am besten erhaltenen von Sri Lanka und ist wegen ihrer an den Wänden befindlichen Steinschnitzereien von Göttern und anderen religiösen Symbolen bekannt. Diese Arbeiten zeugen von einer hohen Handwerkskunst.
Thuparama Image House

Im Hintergrund des Fotos ist das Thuparama Image House, ein buddhistischer Tempel, abgebildet. Es stammt, wie die meisten der Gebäude auf dem Gelände, aus dem 12. Jahrhundert und wurde unter der Herrschaft von König Parakramabahu I. erbaut.
Sehenswert sind die gut erhaltenen und wunderschönen Wandmalereien mit denen Szenen aus dem Leben des Buddhas dargestellt werden. Auch hier ist wieder die hohe künstlerische Qualität auffallend.
Bhodhisattva Image House
Die Bhodhisattva-Statue befindet sich in den Ruinen des Bhodhisattva Image House, ein weiterer buddhistischer Tempel, der Besucher mit einer Sammlung von Bhodhisattva-Statuen beeindruckt.

Es ist bemerkenswert, was unter der Herrschaft des Königs Parakramabahu I. im 12. Jahrhundert hier erschaffen wurde. Eine beispielhafte Architektur und Kunst der damaligen Zeit.
Der Tempel bestand lediglich aus einem zentralen Raum, der den Statuen gewidmet war, die im Übrigen als erleuchtete Wesen betrachtet wurden.
Gal Viharaya Tempel
Der erhabene Tempel (häufig auch Gal Vihara) wurde in der Zeit der Herrschaft von König Parakramabahu I. errichtet. Der zum nördlichen Kloster gehörende Tempel diente den Mönchen als Ort des Gebetes und der Meditation.

In dem Felsentempel gibt es vier Buddha-Statuen, die aus den dort befindlichen Granitfelsen gehauen wurden. Hierbei stellen alle vier Statuen verschiedene Posen von Buddha dar und sind in einem eigenen Schrein untergebracht. Ein absolutes Meisterwerk der singhalesischen Steinmetze.
Unser Reiseleiter erklärte uns, dass man anhand der Überreste des Backsteingemäuers darauf schließen kann, dass jede Statue ihr eigenes Bildhaus hatte.

Die stehende Buddha-Statue ist ungefähr sieben Meter hoch. Der oder die Bildhauer haben es geschafft, sie so zu gestalten, dass der Betrachter das Gefühl hat, sie strahlt Gelassenheit aus. Das Gesicht, die Haare und auch das Gewand zeugen von einer überaus großartigen Handwerkskunst.

Was für eine filigrane Arbeit wurde bei der liegenden Buddha-Statue geleistet. Die fast 14 Meter lange Statue stellt die letzten Momente Buddhas vor dem Erreichen des Parinirvanas dar.
Auf dieser Aufnahme wird die Liebe zum Detail deutlich. Die feine Ausarbeitung des Gesichts und auch des Kissens ist bemerkenswert.


Beim sitzenden Buddha hatten wir das Glück den Mönch im Vordergrund mit fotografieren zu dürfen. Dadurch wird deutlich, welche Proportionen diese Statue hat. Sie befindet sich in einer meditativen Position, wodurch sie Ruhe ausstrahlen soll. Auch hier fallen die sehr feinen Steinmetzarbeiten sowohl an der Statue als auch am Relief der Wand auf.

Neben dem sitzenden Buddha befindet sich ein Schrein, in dem sich eine weitere Buddha-Statue befindet. Wir verspürten eine andächtige Atmosphäre, was wohl daran lag, dass sich dort Mönche zum Gebet versammelt hatten. Aus Respekt haben wir diesen Teil des Gil Viharaya Tempels nur mit dem Gebetsbaum im Vordergrund fotografiert und von Nahaufnahmen Abstand genommen.
In dem Schrein befinden sich neben der Buddha-Statue noch kleinere Statuen und antike Artefakte.
Der Tempelkomplex hat eine ganz besondere religiöse Bedeutung. Die Buddhisten verehren die Statuen, da sie an die Lehren Buddhas erinnern und seine Anhänger animieren, seinem Weg zu folgen.
Die Buddhisten sehen den Tempel als Wallfahrtsort, in dem sie eine ruhige Atmosphäre zum Meditieren finden. Manchmal trifft man sie auch unter Bäumen sitzend an. Selbstverständlich haben wir vor der Aufnahme diesen jungen Mönch um sein Einverständnis gebeten.
Naturidyll zwischen den historischen Stätten
Polonnaruwa besticht nicht nur mit historischen Stätten. Die antike Stadt ist auch von einer natürlichen Schönheit umgeben, die mit einer üppigen Flora und Fauna aufwartet. In der Nähe des Felsentempels beispielsweise befindet sich ein kleiner See.
Um kurz einmal durch die antike Stätte zu laufen und ein paar Fotoaufnahmen zu machen ist Polonnaruwa mit einer einzigartigen Mischung aus Geschichte, Kultur und wunderschöner Natur definitiv zu wertvoll. Plane mindestens einen Tag für die Besichtigung ein, um bei deiner Reise durch Sri Lanka die wunderbare Gelegenheit zu nutzen und in diese reiche Geschichte und Kultur des Inselstaates einzutauchen.
Wenn du nach deiner Besichtigungstour noch ein wenig Zeit hast kannst du auf dem Parakrama-Samudra-See noch eine entspannte und malerische Bootsfahrt unternehmen.
Für den nächsten Tag war mit Sigiriya Rock ein weiteres Highlight unserer Reise geplant. Wir können jetzt schon verraten, dass es ein Erlebnis war, das wir nicht mehr missen möchten.
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