Mexiko Kabah - Pyramide. Im Vordergrund Rasenfläche, der Rasen ist teilweise durch die Sonne verbrannt und braun. Im Bild links oben Zweige von einem Baum.

Kabah: Das geheimnisvolle Erbe der Maya

Die Puuc-Region ist ein interessanter und geheimnisvoller Landstrich auf der Halbinsel Yucatán. Sie wartet mit einer Dichte an Ausgrabungsstätten auf, die wir so nicht erwartet hatten.

Mit riesigen und teilweise noch unerforschten Höhlen birgt dieses karstige Gebiet viele Relikte längst vergangener Zeiten. Einige dieser Höhlen sind sogar mit dem Meer verbunden.

In dieser Gegend verbinden sich Vergangenheit und Gegenwart auf geheimnisvolle Weise miteinander. Selbst die kleinsten Hinweise könnten auf eine längst vergessene Zivilisation hindeuten.

Hier haben wir neben anderen Maya-Stätten auch Kabah besichtigt.

Inhalt

Warum Kabah?

Kabah ist eine weniger bekannte Maya-Stätte. Dennoch birgt sie eine imposante Architektur. Aufgrund der geringen Besucherzahlen umhüllte uns eine magische Stille.

Für diejenigen, die Interesse an antiker Baukunst haben, bietet Kabah ein spannendes Erlebnis. Die damit verbundenen großartigen Geschichten steigern die Faszination eines Besuches.

Die atemberaubenden Masken des Regengottes begegnen dir in Kabah überall. Mit ihren geheimnisvollen Augen ziehen sie die Besucher regelrecht an. Sie zieren die Wände der Maya-Stätten und es scheint, als würden sie das Geschehen um sie herum, beobachten.

Wo liegt Kabah?

Unweit der berühmten Ruinenstadt Uxmal, eingebettet in das faszinierende Puuc-Gebiet, befindet sich Kabah.

Über die gut ausgebaute Bundesstraße 261, die Ruta Puuc, ist die bemerkenswerte Stätte gut zu erreichen. Sie ist die direkte Verbindung zwischen Uxmal und Kabah, die uns durch eine herrliche Landschaft führte. Die Stätten trennen lediglich 18 Kilometer voneinander.

Früher wurden beide Orte durch die Zeremonialstraße Sacbé (Heilige Straße) miteinander verbunden. Am Ende der Straße befindet sich ein Triumphbogen, der Arco de Kabah. Dieser bildete das majestätische Eingangstor zur Maya-Stätte Kabah.


Kabah ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Präkolumbische Stadt von Uxmal“. Hierdurch wird sowohl die kulturelle als auch die historische Bedeutung hervorgehoben. 

Mexiko Kabah - Ein historischer Steintorbogen auf einem Podest. Dahinter viele Bäume unter blauem Himmel.
Arco de Kabah an der Sacbé

Einblick in die Geschichte von Kabah

Wahrscheinlich handelt es sich bei Kabah um die Tochterstadt von Uxmal. Zumindest ist dies die Meinung einiger Experten. Über die Geschichte der Stadt ist bedauerlicherweise wenig bekannt.

Die erste Besiedlung fand wahrscheinlich etwa 400 v. Chr. statt. Erst zwischen den Jahren 600 und 900 n. Chr. erlebte die Stadt Kabah ihre wichtigste Entwicklung. Sie entwickelte sich geradezu zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Zentrum.

Ungefähr um 1000 n. Chr. erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Während dieser Epoche entstanden zahlreiche monumentale Bauwerke. Prachtvolle Tempel, eindrucksvolle Paläste sowie majestätische Pyramiden ließen die Stadt wachsen. Kunstvolle Stuckarbeiten und unzählige detailreiche Reliefs verzierten die einzelnen Gebäude.

Nach einer eindrucksvollen Zeit folgte im 10. Jahrhundert schon fast der Niedergang von Kabah. Warum die Stadt in dieser Zeit an Bedeutung verlor, konnte nicht geklärt werden. Möglicherweise waren lang anhaltende Dürreperioden und sogar ein interner Konflikt in der Maya-Gesellschaft die Ursache. Neben Kabah wurden zu diesem Zeitpunkt viele Städte aufgegeben.

Bis zu ihrer Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert schlummerten die Ruinen von Kabah unberührt im Verborgenen.

Durch die archäologischen Ausgrabungen entstand sozusagen eine Ära der Enthüllungen. Abenteurer und Geschichtsliebhaber wurden zu neugierigen Besuchern, die die fesselnden Mysterien der Maya zu entdecken hofften.

Palacio de las Máscaras

Das Highlight in Kabah ist das Hauptgebäude, der Palast der Masken. Er beeindruckt mit zahlreichen Steinmasken an seiner Fassade, die den Regengott Chaac darstellen.

In der Maya-Sprache wird der Palast auch Codz Poop genannt, was soviel bedeutet wie „aufgerollte Matten“. Diese Bezeichnung bekam er wegen der Form des Gebäudes und der dekorativen Elemente, die Ähnlichkeit mit aufgerollten Matten haben.

Mexiko Kabah - Hinter einer riesigen Rasenfläche steht eine großer historischer Palast der Maya. Er scheint in den blauen Himmel zu ragen. Rechts und links befinden sich Bäume. Ein paar Menschen sind auf dem Rasen.
Palast der Masken / Codz Poop

Das 45 Meter lange Gebäude wurde auf einer quadratischen Esplanade errichtet. Er weist eine Seitenlänge von fast 80 Metern auf.

Der Codz Poop diente ursprünglich als Palast oder Residenz für die besser gestellte Gesellschaft von Kabah. Offensichtlich wurde er nicht nur als Wohnraum, sondern auch für rituelle Zwecke genutzt. Hierdurch wurde das Gebäude zu einem zentralen Ort in der Stadt.

Mexiko Kabah - Ein historischer Tempel, der noch gut erhalten ist. Zum Eingang führen einige Stufen. Menschen sind auf der Plattform vor dem Tempel. Im Vordergrund liegen Steine von alten Ruinen
Codz Poop

Der Palast spiegelt die Vielschichtigkeit und den Reichtum der Maya-Zivilisation wider. Durch seine Größe und die detaillierten Verzierungen wird die herausragende Fähigkeit der Maya in deren Architektur und Kunst verdeutlicht.

Die markante Betonung des Regengottes Chaac im Palast könnte darauf zurückzuführen sein, dass es in der Region keine Cenoten und Süßwasserbecken gibt. Ohne diese natürlichen Wasserquellen waren die Bewohner auf den Regen angewiesen. Sogar deren Überleben hing davon ab. Hierdurch wurde die Verehrung des Regengottes zu einer lebenswichtigen Aufgabe.

Mexiko Kabah - Die Steinwand im Palast ist voller Masken, die in den Stein gemeißelt wurden
Masken, soweit das Auge sehen kann

Die Chaac-Masken sind wahre Meisterwerke. Das filigrane Design deutet ebenso auf die meisterhafte Handwerkskunst wie auch auf eine tiefe Verehrung des Regengottes hin.

Bei genauem Hinsehen fällt auf, dass Chaac teilweise mit furchterregendem Ausdruck dargestellt wurde. Auffällig große Nasen und hervortretende Augen strahlen Macht und Schrecken gleichermaßen aus. Diese Masken spiegeln ebenso die unberechenbare Kraft des Regens und die damit einhergehenden Stürme wider. Auch dies war eine Art der Maya, ihren Respekt und ihre Ehrfurcht vor dem Regengott zum Ausdruck zu bringen.

Insgesamt zieren 260 Chaac-Masken den Palast. Warum ausgerechnet 260? Dies ist die Anzahl der Tage des Heiligen Jahres.

Der Tzolk’in-Kalender, bekannt als das Heilige Jahr der Maya, umfasst 260 Tage. Er kombiniert 13 Zahlen mit 20 Glyphen, die sowohl rituelle als auch astrologische Zwecke erfüllten. Zentral für religiöse und kulturelle Praktiken verband er Zeitmessung, landwirtschaftliche Zyklen und Zeremonien. Hierdurch nahm er eine bedeutende Rolle im Leben der Maya ein.

Mexiko Kabah - Zwei Steinfiguren, von denen der rechte der Kopf fehlt

An der Ostseite entdeckten wir zwei restaurierte Figuren. Eine von ihnen, vermutlich die linke, stellt den König von Kabah dar. Die kunstvolle, kreuz und quer verlaufende Schnitzerei ist unter einer vorspringenden Kante zurückgesetzt. Über ihr thronen die lebensgroßen Statuen auf ihren Sockeln.

Mexiko Kabah - Reliefs am Tempeleingang

Abenteuer in die Vergangenheit

Während du wie ein Abenteurer die Ruinen erforschst, scheinen dir die kunstvoll gestalteten Fassaden Geschichten einer längst vergangenen Zeit zuzuflüstern. Plötzlich zu einem wagemutigen Entdecker geworden, wird jeder Schritt auf diesem historischen Boden zu einer Zeitreise.

Die Architektur im Puuc-Stil ist sehr beeindruckend. Das Erlebnis Kabah wird durch die üppige Natur rund um die Anlage abgerundet.

Ein Ausflug nach Kabah lohnt sich auf jeden Fall. Die ruhige Umgebung und die Möglichkeit, die Ruinen in einem weniger frequentierten Rahmen zu erkunden, verleihen der Maya-Stätte ein ganz besonderes Erlebnis.

Nächster Halt: Mérida, Yucatán!

Entdecke mit uns Mérida, die pulsierende Hauptstadt Yucatáns. Die bezaubernde Stadt vereint koloniale Pracht, Kultur und eine gute mexikanische Küche.

Sei gespannt auf unsere Erlebnisse und Eindrücke von unserem Aufenthalt in Mérida.


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